Einen Pre-Workout-Booster solltest du normalerweise etwa 30 bis 60 Minuten vor deinen ersten anstrengenden Arbeitssätzen einnehmen. Der genaue Zeitpunkt hängt jedoch von der Rezeptur, deiner letzten Mahlzeit, der Darreichungsform und deiner individuellen Reaktion ab.
Mische das Pulver mit der auf dem Etikett angegebenen Wassermenge und beginne bei einem neuen Produkt mit der niedrigsten vorgesehenen Portion. Zusätzlicher Kaffee, Energy-Drinks oder ein zweiter Booster gehören nicht automatisch dazu.
Die kurze Antwort: Nimm deinen Booster nicht einfach beim Betreten des Fitnessstudios, sondern plane die Einnahme so, dass die gewünschte Wirkung zum Beginn deiner schweren Trainingssätze einsetzt. Für die meisten klassischen Pulver ist ein Zeitfenster von ungefähr 30 bis 60 Minuten ein sinnvoller Ausgangspunkt.
Wann sollte man einen Pre-Workout-Booster einnehmen?
Es gibt keinen universell perfekten Einnahmezeitpunkt für jeden Booster.
Pre-Workout-Produkte können Koffein, Citrullin, Beta-Alanin, Tyrosin, Pflanzenextrakte, Glycerol, Kreatin und zahlreiche weitere Bestandteile kombinieren. Diese Stoffe unterscheiden sich hinsichtlich Aufnahme, Wirkungsweise und Bedeutung des Einnahmezeitpunkts erheblich [1].
Bei Koffein wird in wissenschaftlichen Untersuchungen häufig eine Einnahme ungefähr 60 Minuten vor der Belastungverwendet. Das hängt damit zusammen, dass die Koffeinkonzentration im Blut nach klassischen Einnahmeformen häufig innerhalb dieses Zeitraums ihren Höchstwert erreicht. Die optimale Zeit kann aber von der Koffeinquelle und Darreichungsform abhängen [2].
Für einen normalen Pre-Workout-Booster ergibt sich daraus folgende praktische Orientierung:
| Situation | Sinnvoller Ausgangspunkt |
|---|---|
| Klassisches koffeinhaltiges Pulver | etwa 30–60 Minuten vor den ersten schweren Sätzen |
| Koffeinfreier Pump-Booster | nach Herstellerangabe, häufig ebenfalls vor Trainingsbeginn |
| Einnahme nach einer größeren Mahlzeit | möglicherweise mehr Zeit bis zur wahrgenommenen Wirkung einplanen |
| Neuer, noch unbekannter Booster | frühestens an einem normalen Trainingstag mit kleiner Portion testen |
| Booster am späten Abend | Koffeingehalt und mögliche Auswirkungen auf den Schlaf besonders beachten |
Diese Zeitangaben sind keine Garantie. Manche Personen bemerken die Wirkung früher, andere deutlich später.
Plane nach dem ersten Arbeitssatz – nicht nach der Ankunft im Studio
Wenn dein Aufwärmen 15 bis 20 Minuten dauert, muss der Booster nicht zwingend schon beim ersten Schritt durch die Studiotür vollständig wirken.
Sinnvoller ist diese Überlegung:
Wann beginnt der anstrengende Teil meines Trainings?
Möchtest du die stärkste Wirkung beim ersten schweren Kniebeugen-, Bankdrück- oder Kreuzhebesatz, solltest du die Einnahme von diesem Zeitpunkt rückwärts planen.
Beispiel:
- Einnahme um 17:15 Uhr
- Ankunft im Studio um 17:40 Uhr
- Aufwärmen und Vorbereitung bis 18:00 Uhr
- erste schwere Arbeitssätze ab 18:00 Uhr
In diesem Beispiel liegen etwa 45 Minuten zwischen Einnahme und eigentlichem Trainingsbeginn.
Wie schnell verschiedene Effekte einsetzen und wie lange sie anhalten können, erklären wir ausführlicher im Ratgeber Wie lange wirkt ein Booster?.
Pre-Workout nüchtern oder nach dem Essen einnehmen?
Du musst einen Booster nicht zwingend auf leeren Magen einnehmen.
Nüchtern kann die Wirkung einiger Bestandteile schneller oder intensiver wahrgenommen werden. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Trainingsleistung dadurch besser ist. Gleichzeitig reagieren manche Personen auf hoch konzentrierte Pre-Workout-Mischungen ohne vorherige Mahlzeit mit Übelkeit, Magenbeschwerden oder Kreislaufproblemen.
Nach einer größeren Mahlzeit kann der Wirkungseintritt dagegen später erfolgen. Untersuchungen zur Koffeinaufnahme zeigen, dass eine verlangsamte Magenentleerung und die Aufnahme zusammen mit einer Mahlzeit den Zeitpunkt der maximalen Koffeinkonzentration nach hinten verschieben können [3].
Das Koffein wird dadurch nicht zwangsläufig wirkungslos. Der gewünschte Kick kann lediglich später oder weniger abrupt wahrgenommen werden.
Wann eine nüchterne Einnahme funktionieren kann
Eine Einnahme auf relativ leeren Magen kann für dich funktionieren, wenn:
- du Pre-Workout bereits gut kennst,
- du keine Magenprobleme bekommst,
- die Portion moderat dosiert ist,
- und du nicht gleichzeitig empfindlich auf Koffein oder Süßstoffe reagierst.
Nüchtern bedeutet dabei nicht, dass du den ganzen Tag nichts gegessen haben solltest. Entscheidend ist vor allem, wie voll dein Magen zum Zeitpunkt der Einnahme ist.
Wann eine vorherige Mahlzeit sinnvoller sein kann
Eine kleine, vertraute Mahlzeit kann sinnvoll sein, wenn:
- dir von Boostern schnell übel wird,
- du empfindlich auf Koffein reagierst,
- du morgens trainierst und nüchtern wenig leistungsfähig bist,
- oder dein Training besonders lang und intensiv ausfällt.
Vermeide es, direkt nach einer sehr großen, fett- oder ballaststoffreichen Mahlzeit eine starke Portion einzunehmen und anschließend sofort zu trainieren. Sowohl die Mahlzeit als auch der Booster können dann schwer im Magen liegen.
Nicht mit mehr Pulver gegen eine langsamere Wirkung arbeiten
Wenn ein Booster nach einer Mahlzeit nicht sofort wirkt, solltest du nicht nach zehn oder 15 Minuten vorschnell nachdosieren.
Die Aufnahme kann schlicht verzögert sein. Nimmst du eine zweite Portion, können beide Portionen später nahezu gleichzeitig spürbar werden.
Das erhöht das Risiko, unbeabsichtigt deutlich mehr Koffein und andere aktive Inhaltsstoffe aufzunehmen als geplant.
Wie viel Pre-Workout solltest du nehmen?
Die richtige Portion steht zunächst auf dem Produktetikett. Trotzdem solltest du nicht automatisch davon ausgehen, dass die größte vom Hersteller genannte Portion auch die beste für dich ist.
Beginne mit der niedrigsten vorgesehenen Portion
Verwendest du einen Booster zum ersten Mal, beginne mit der kleinsten auf dem Etikett vorgesehenen Portion.
Gibt der Hersteller beispielsweise an:
- halbe Portion für Einsteiger,
- vollständige Portion für erfahrene Nutzer,
dann startest du nicht direkt mit der Vollportion.
Das gilt besonders bei Produkten mit:
- viel Koffein,
- mehreren Koffeinquellen,
- zusätzlichen Stimulanzien,
- unbekannten Pflanzenextrakten,
- oder einer nicht vollständig transparenten Wirkstoffmischung.
Ein Scoop ist nicht immer eine Portion
„Ein Messlöffel“ und „eine Portion“ müssen nicht dasselbe bedeuten.
Auf manchen Etiketten steht beispielsweise:
- Portionsgröße: zwei Messlöffel
- Empfehlung für Einsteiger: ein Messlöffel
- maximale Portion: zwei Messlöffel
Bei anderen Produkten entspricht ein voller Scoop bereits der höchsten vorgesehenen Menge.
Achte deshalb immer auf:
- die Portionsgröße in Gramm,
- die Zahl der Messlöffel,
- die Wirkstoffmenge pro Portion,
- den Koffeingehalt,
- und die maximal empfohlene Tagesmenge.
Ein gehäufter Messlöffel kann deutlich mehr Pulver enthalten als ein gestrichener. Möchtest du eine Portion exakt bestimmen, ist eine geeignete Feinwaage verlässlicher als eine Schätzung nach Augenmaß.
Eine halbe Portion besser in Gramm berechnen
Möchtest du die Hälfte einer Vollportion verwenden, orientiere dich an der Grammmengenangabe.
Beispiel:
- Vollportion: 14 Gramm
- halbe Portion: 7 Gramm
Das ist genauer als „ungefähr ein halber Scoop“, insbesondere wenn der Löffel ungleichmäßig gefüllt ist.
Bei einer Proprietary Blend erkennst du allerdings auch bei einer halben Portion nicht exakt, wie viel von jedem einzelnen aktiven Bestandteil enthalten ist. Die Mischung wird rechnerisch halbiert, die nicht offengelegten Einzelmengen bleiben aber unbekannt.
Wie viel Koffein ist bei der Einnahme zu beachten?
Bei einem stimulierenden Pre-Workout solltest du nicht nur den Booster betrachten, sondern deine gesamte Koffeinaufnahme.
Dazu zählen unter anderem:
- Kaffee,
- Espresso,
- Energy-Drinks,
- Cola,
- koffeinhaltige Kapseln,
- Fatburner,
- Tee,
- und weitere Supplemente.
Die EFSA kommt zu dem Ergebnis, dass einzelne Koffeinmengen bis 200 Milligramm bei gesunden Erwachsenen im Allgemeinen keine Sicherheitsbedenken auslösen. Über den Tag verteilt gelten bis zu 400 Milligramm als Menge, bei der für gesunde Erwachsene normalerweise keine Sicherheitsbedenken erwartet werden [4].
Diese Werte sind jedoch:
- keine Empfehlung, die Menge auszureizen,
- kein persönliches Dosierungsziel,
- und keine Garantie für individuelle Verträglichkeit.
Das BfR weist zudem darauf hin, dass diese Einschätzungen für die gesunde Allgemeinbevölkerung gelten. Erkrankungen, Beschwerden, Medikamenteneinnahme oder die Kombination mit Drogen und größeren Alkoholmengen wurden damit nicht pauschal bewertet [5].
Bereits deutlich niedrigere Koffeinmengen können bei empfindlichen Personen unter anderem Unruhe, Herzklopfen, Magenprobleme oder Schlafstörungen auslösen.
Wie viel Wasser gehört in einen Pre-Workout-Booster?
Verwende zunächst die Wassermenge, die der Hersteller auf dem Etikett angibt.
Es gibt keine allgemeine wissenschaftlich optimale Wassermenge für jeden Booster. Die benötigte Flüssigkeit hängt unter anderem ab von:
- der Pulvermenge,
- den enthaltenen Rohstoffen,
- der Löslichkeit,
- dem Geschmack,
- und deiner persönlichen Verträglichkeit.
Fehlt eine konkrete Herstellerangabe, sind etwa 250 bis 400 Milliliter Wasser ein praktikabler Ausgangspunkt für ein typisches Pre-Workout-Pulver. Das ist keine medizinische oder leistungswissenschaftliche Pflichtmenge, sondern eine praktische Orientierung.
Mehr Wasser macht die Portion nicht schwächer
Wenn du dieselbe Pulvermenge mit mehr Wasser mischst, bleibt die aufgenommene Wirkstoffmenge gleich.
Mehr Wasser kann:
- einen sehr intensiven Geschmack abmildern,
- die Trinkbarkeit verbessern,
- die Mischung weniger konzentriert machen,
- und bei manchen Produkten die Löslichkeit erleichtern.
Weniger Wasser macht den Booster dagegen nicht automatisch wirksamer. Du trinkst lediglich dieselbe Portion in stärker konzentrierter Form.
Wasser zuerst, Pulver danach
Eine einfache Vorgehensweise:
- Wasser in den Shaker geben.
- Abgewogene Portion Pulver hinzufügen.
- Shaker verschließen.
- Kräftig schütteln.
- Kurz stehen lassen, wenn sehr viel Schaum entsteht.
- Über einige Minuten trinken.
Gibst du das Pulver zuerst in einen feuchten Shaker, kann es stärker am Boden oder in den Ecken kleben.
Der Booster ersetzt außerdem nicht deine Flüssigkeitszufuhr während des Trainings. Wie viel du insgesamt trinken solltest, hängt von Trainingsdauer, Umgebung, Schweißrate und weiteren Faktoren ab.
Sollte man den Booster auf einmal trinken?
Du musst einen Pre-Workout-Booster nicht in wenigen Sekunden hinuntertrinken.
Für die meisten Nutzer ist es angenehmer, die Portion über einige Minuten zu trinken. Dadurch lässt sich auch eher bemerken, ob Geschmack oder Magenverträglichkeit problematisch sind.
Sehr langsames Trinken über die gesamte Trainingseinheit kann den Wirkungseintritt dagegen verschieben und die stimulierende Wirkung weiter nach hinten verlängern.
Ein klassisches Pre-Workout ist normalerweise zur Einnahme vor dem Training gedacht. Produkte, die ausdrücklich als Intra-Workout entwickelt wurden, verfolgen eine andere Anwendung.
Bei sehr langen Ausdauerbelastungen kann ein gezieltes Koffein-Timing während der Belastung sinnvoll sein. Diese Strategie lässt sich jedoch nicht automatisch auf ein normales Krafttraining und beliebige Pre-Workout-Mischungen übertragen [2].
Dry Scooping ist keine bessere Einnahmemethode
Beim Dry Scooping wird das Pulver trocken in den Mund gegeben und anschließend geschluckt oder mit wenig Wasser nachgespült.
Dadurch entsteht kein zuverlässig belegter Leistungsvorteil. Das Pulver wird nicht plötzlich wirksamer, nur weil es ohne die vorgesehene Wassermenge eingenommen wird.
Gleichzeitig entstehen vermeidbare Risiken:
- Pulver kann eingeatmet werden,
- Verschlucken und Husten sind möglich,
- hoch konzentriertes Pulver kann die Schleimhäute reizen,
- und eine große Portion wird sehr schnell aufgenommen.
In medizinischen Fallberichten wurden unter anderem schwere Schädigungen der Speiseröhre nach Dry Scooping beschrieben. Ein weiterer Fallbericht dokumentierte einen Herzinfarkt im zeitlichen Zusammenhang mit der trockenen Einnahme eines Pre-Workout-Supplements. Einzelne Fallberichte können weder die Häufigkeit bestimmen noch allein einen eindeutigen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang beweisen. Sie zeigen aber, dass die Methode nicht als harmloser Fitness-Trick behandelt werden sollte [8,9].
Mehr dazu erfährst du im eigenen Ratgeber Dry Scooping: Wirkt Booster ohne Wasser schneller?.
Was bedeutet Kribbeln nach der Einnahme?
Viele Pre-Workout-Booster enthalten Beta-Alanin. Dieser Stoff kann nach der Einnahme ein Kribbeln, Stechen oder Wärmegefühl auf der Haut auslösen.
Dieses Gefühl wird als Parästhesie bezeichnet.
Wichtig:
Das Kribbeln zeigt nicht, dass du den Booster zum perfekten Zeitpunkt eingenommen hast oder dass die Trainingswirkung gerade beginnt.
Beta-Alanin wird vor allem regelmäßig eingesetzt, um den Carnosinspiegel in der Muskulatur über einen längeren Zeitraum zu erhöhen. Der mögliche Nutzen entsteht daher nicht allein durch eine einzelne Portion unmittelbar vor dem Training [6].
Das BfR bewertet Parästhesien als den wesentlichen unerwünschten Effekt von isoliert aufgenommenem Beta-Alanin. Nach aktuellem Kenntnisstand sind diese Missempfindungen reversibel, gleichzeitig bestehen noch Datenlücken zur langfristigen Sicherheit und zu verschiedenen Bevölkerungsgruppen [7].
Die genaue Abgrenzung zwischen Beta-Alanin-Kribbeln, Niacin-Flush und Warnzeichen behandeln wir im Ratgeber Warum kribbelt Booster?.
Sollte man Pre-Workout abends anders einnehmen?
Bei einem koffeinhaltigen Booster reicht es nicht, nur den Trainingsbeginn zu betrachten. Du musst auch berücksichtigen, wann du schlafen möchtest.
Die EFSA weist darauf hin, dass bereits eine Einzeldosis von 100 Milligramm Koffein bei manchen Erwachsenen die Schlafdauer und das Schlafmuster beeinflussen kann, insbesondere bei einer Einnahme nahe der Schlafenszeit [4].
Es gibt keinen Zeitabstand, der für jeden Menschen garantiert ausreicht. Die individuelle Koffeinempfindlichkeit, Gesamtmenge, Gewöhnung und Schlafenszeit spielen zusammen.
Nimm deshalb nicht automatisch eine kleinere Portion eines starken Boosters und gehe davon aus, dass das Problem damit gelöst ist. Auch eine halbe Portion kann noch eine relevante Koffeinmenge enthalten.
Für spätes Training kann ein koffeinfreier Pump- oder Performance-Booster sinnvoller sein. Die ausführliche Planung behandeln wir unter Booster abends nehmen: Wie viel Abstand braucht dein Schlaf?.
Häufige Fehler bei der Einnahme
Fehler 1: Booster trinken und sofort mit schweren Sätzen beginnen
Viele aktive Inhaltsstoffe benötigen Zeit, bis sie aufgenommen und wahrgenommen werden. Beginne nicht automatisch zwei Minuten nach dem letzten Schluck mit deinem schwersten Satz.
Fehler 2: Nach zehn Minuten nachdosieren
Ein verzögerter Wirkungseintritt ist kein Beweis dafür, dass die Portion zu klein war. Besonders nach einer Mahlzeit kann die Wirkung später einsetzen.
Fehler 3: Kaffee und Energy-Drink nicht mitrechnen
Ein Booster mit 200 Milligramm Koffein bleibt nicht bei 200 Milligramm Tageszufuhr, wenn davor bereits mehrere Kaffees oder ein Energy-Drink konsumiert wurden.
Fehler 4: Den Messlöffel häufen
Die Angabe „ein Scoop“ ist nur dann hilfreich, wenn der Löffel so gefüllt wird, wie es der Hersteller für seine Portionsangabe vorgesehen hat. Die Grammangabe ist verlässlicher.
Fehler 5: Nüchtern erzwingen
Wenn dir von einem Booster ohne vorherige Mahlzeit regelmäßig übel wird, bringt es wenig, die nüchterne Einnahme nur wegen eines vermeintlich stärkeren Kicks beizubehalten.
Fehler 6: Kribbeln mit Wirksamkeit verwechseln
Ein intensives Beta-Alanin-Kribbeln ist kein Qualitätsmerkmal und kein Beweis für eine bessere Trainingsleistung.
Fehler 7: Zu wenig Abstand zum Schlafen
Die Wirkung ist möglicherweise nach dem Training subjektiv vorbei, obwohl noch genügend Koffein im Körper vorhanden ist, um den Schlaf zu beeinflussen.
Fehler 8: Unbekannte Produkte direkt voll dosieren
Ein neues Pre-Workout sollte nicht zum ersten Mal bei einem Wettkampf, einem Maximalversuch oder einer besonders langen Trainingseinheit getestet werden.
So testest du einen neuen Booster sinnvoll
Nutze bei einem neuen Produkt diese Reihenfolge:
1. Etikett vollständig lesen
Prüfe:
- Portionsgröße,
- Anzahl der Scoops,
- Koffeinmenge,
- weitere Stimulanzien,
- empfohlene Wassermenge,
- maximale Tagesportion,
- Warnhinweise.
2. Koffein des gesamten Tages berücksichtigen
Plane Kaffee, Energy-Drinks und andere Supplemente mit ein.
3. Niedrigste vorgesehene Portion verwenden
Teste nicht sofort die maximale Portion.
4. Normalen Trainingstag auswählen
Verwende den Booster erstmals bei einer Einheit, deren Ablauf und Belastung du kennst.
5. Mahlzeitensituation notieren
Warst du nüchtern, hattest du einen kleinen Snack oder eine große Mahlzeit? Das hilft dir, einen langsameren Wirkungseintritt richtig einzuordnen.
6. Einnahmezeit notieren
Schreibe auf:
- Einnahmezeit,
- Beginn des Aufwärmens,
- erster Arbeitssatz,
- Beginn der wahrgenommenen Wirkung,
- Ende der wahrgenommenen Wirkung.
7. Wirkung und Verträglichkeit getrennt bewerten
Mehr Energie bedeutet nicht automatisch besseren Fokus, Pump oder eine gute Verträglichkeit.
Genau diese Punkte berücksichtigen wir auch bei unseren praktischen Produkttests. Im Pre-Workout-Booster-Test von BoosterJunkies vergleichen wir aktuelle Produkte unter anderem nach Wirkung, Fokus, Performance, Geschmack und Verträglichkeit.
Wann solltest du die Einnahme abbrechen?
Beende die Einnahme beziehungsweise das Training, wenn starke oder ungewöhnliche Beschwerden auftreten.
Dazu können gehören:
- starke Brustschmerzen,
- ausgeprägte Atemnot,
- Ohnmacht oder starke Benommenheit,
- anhaltendes starkes Herzrasen,
- Verwirrtheit,
- Krampfanfälle,
- oder wiederholtes Erbrechen.
Bei akut schweren Beschwerden solltest du medizinische Hilfe rufen. In Deutschland erreichst du den Notruf unter 112.
Bei einem Verdacht auf eine zu hohe Portion solltest du nicht versuchen, die Wirkung mit weiterem Training, Alkohol, Medikamenten oder zusätzlichen Supplementen selbst zu „neutralisieren“.
Checkliste: Pre-Workout richtig einnehmen
Vor der Einnahme:
- Etikett und Warnhinweise lesen
- Portionsgröße in Gramm prüfen
- Koffeinmenge berechnen
- Kaffee und Energy-Drinks des Tages mitrechnen
- niedrigste vorgesehene Portion wählen
- Wassermenge nach Herstellerangabe verwenden
- Einnahme etwa 30–60 Minuten vor den ersten schweren Sätzen planen
- bei großer vorheriger Mahlzeit einen späteren Wirkungseintritt berücksichtigen
- Dry Scooping vermeiden
- unbekannten Booster nicht erstmals vor einem Maximalversuch testen
- beim Abendtraining den möglichen Einfluss auf den Schlaf beachten
Fazit: Zeitpunkt und Portion müssen zum Produkt und zu dir passen
Ein Pre-Workout-Booster wird normalerweise ungefähr 30 bis 60 Minuten vor den ersten anstrengenden Trainingssätzen eingenommen. Das ist ein guter Ausgangspunkt, aber keine universelle Garantie.
Nach einer größeren Mahlzeit kann die Wirkung später einsetzen. Auf leeren Magen kann sie intensiver wahrgenommen werden, zugleich steigt bei manchen Personen die Wahrscheinlichkeit für Magenbeschwerden.
Für die Portion gilt:
- Etikett lesen,
- mit der niedrigsten vorgesehenen Menge beginnen,
- Grammangabe statt Augenmaß verwenden,
- gesamte Koffeinaufnahme berücksichtigen,
- und niemals vorschnell nachdosieren.
Mische Pulver mit ausreichend Wasser und verzichte auf Dry Scooping. Ein guter Booster muss nicht möglichst schnell und heftig wirken. Entscheidend ist, dass Wirkung, Timing und Verträglichkeit zu deinem Training passen.
Quellen
[1] Harty PS, Zabriskie HA, Erickson JL, Molling PE, Kerksick CM, Jagim AR. Multi-ingredient pre-workout supplements, safety implications, and performance outcomes: a brief review. Journal of the International Society of Sports Nutrition. 2018;15:41. https://doi.org/10.1186/s12970-018-0247-6
[2] Guest NS, VanDusseldorp TA, Nelson MT, Grgic J, Schoenfeld BJ, Jenkins NDM, et al. International Society of Sports Nutrition position stand: caffeine and exercise performance. Journal of the International Society of Sports Nutrition. 2021;18(1):1. https://doi.org/10.1186/s12970-020-00383-4
[3] Brachtel D, Richter E. Effect of altered gastric emptying on caffeine absorption. Zeitschrift für Gastroenterologie.1988;26(5):245–251. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3407246/
[4] EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies. Scientific opinion on the safety of caffeine. EFSA Journal. 2015;13(5):4102. https://doi.org/10.2903/j.efsa.2015.4102
[5] Bundesinstitut für Risikobewertung. Fragen und Antworten zu Koffein und koffeinhaltigen Lebensmitteln einschließlich Energy-Drinks. Aktualisiert am 5. Januar 2026. https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/fragen-und-antworten-zu-koffein-und-koffeinhaltigen-lebensmitteln-einschliesslich-energy-drinks/Abgerufen am 24. August 2026.
[6] Trexler ET, Smith-Ryan AE, Stout JR, Hoffman JR, Wilborn CD, Sale C, et al. International Society of Sports Nutrition position stand: Beta-Alanine. Journal of the International Society of Sports Nutrition. 2015;12:30. https://doi.org/10.1186/s12970-015-0090-y
[7] Bundesinstitut für Risikobewertung. Beta-Alanin in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln: Bei höheren Aufnahmemengen können Parästhesien auftreten. Stellungnahme 046/2026, 19. August 2026. https://doi.org/10.17590/20260819-110409-0
[8] Caratenuto R, Karanfilian B, Navlani R, Dalal I, Sharma R, Dave P. Social media trends, dry scooping, and extensive esophageal ulcerations. Journal of General Internal Medicine. 2023;38(16):3633–3635. https://doi.org/10.1007/s11606-023-08432-9
[9] Pallangyo P, Bhalia SV, Komba M, Mkojera ZS, Manji ES, Millinga J, et al. Acute mycardial infarction following “dry scooping” of a pre-workout supplement in a healthy young man of African origin: a case report. SAGE Open Medical Case Reports. 2024;12. https://doi.org/10.1177/2050313X241261157

